Wilhelm Krieger, Hannoveraner Halbblut (Hengst), 1939

  • Wilhelm Krieger
  • Skulptur / Plastik
  • Bronze
  • Hannoveraner Halbblut (Hengst) / Pferd
  • 20. Jahrhundert

Beschreibung

Wilhelm Krieger
Hannoveraner Halbblut (Hengst), 1939

Entwurf 1939, zeitnahe Ausführung
Höhe 46,7 cm
Breite 51,5 cm
Tiefe 12,7 cm

Werkverzeichnis 239 (154)[1]

Bei der hier vorgestellten Bronzefigur handelt es sich um eine der wenigen Pferdedarstellungen im Œuvre des Tierbildhauers Wilhelm Krieger (1877–1945), der vorwiegend für seine Vögel- und Wildtierarbeiten bekannt ist.
In den Jahren 1938–1940 widmete sich der Künstler eingehend dem Studium der Pferde. Dieser Beschäftigung entsprangen insgesamt sechs Modelle, von denen fünf in Bronze gegossen wurden.[2] Von diesen Figuren, die alle eine ähnliche Höhe aufweisen (ab 39 cm), ist das Hannoveraner Halbblut die größte.

Der im Werkverzeichnis abgebildete Guß des Modells ist aufgrund der Patinierung als der hier vorliegenden zu identifizieren. Es handelt sich also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Lebzeitguss und stammt aus dem Familienachlasss des Künstlers. Dafür spricht fürderhin, dass von dem Modell – anders als beispielsweise von dem im selben Jahr entstandenen Vollblutjüngling – keinerlei posthume Ausformung bekannt ist.

Die Oberflächengestaltung des Pferdefells weist einige der zum 10. Todestag des Künstlers 1955 von der Kunsthistorikerin Dorothea Grube festgestellten Besonderheiten Wilhelm Kriegers auf:
Dazu kommt noch die ganz eigene und einzigartige Patinierung der Bronzen, in der er es im Laufe langjähriger Bemühungen und Erfahrungen zu einer wahrscheinlich unübertroffenen Meisterschaft brachte. Leider sind viele und darunter einige der am schönsten gelungenen Exemplare wohl für immer verloren. Um so kostbarer sind die wenigen original erhaltenen. Während sonst oft die Bronzen eine spiegelnd glänzende, in der Farbe einheitliche Oberfläche haben, verstand Professor Krieger es, ihnen einen transparenten, mattschimmernden Goldglanz zu geben und diesen so fein abzutönen, dass sich die verschiedenen Partien […] voneinander auch durch den Farbton unterschieden.[3]

[1] Abb. in: Wilhelm Krieger – Tierbildhauer. Katalog der bekannten Werke, Hajo Krieger und Martin H. Schmidt (Hrsg.), Neustadt an der Aisch 2014, 107.
[2] 1938: Vollbluthengst (WVZ 231 (150)) und Vollbluthengst (232 (152a)); 1939: Vollblutjährig (238 (153)) und das hier gezeigte Hannoveraner Halbblut; 1940: Haflingerhengst (142 (151)), sowie eine Vollblutstute, von der nur das Gipsmodell überliefert ist (Vgl. Krieger, 106–108). Bereits 1930 hatte Krieger das Modell eines Vollblutfohlens geschaffen (183 (156)).
[3] Krieger, 43.