Ernst David Friedrich Haack (1770–nach 1840), Kaminuhr, Berlin um 1820

Beschreibung

Ernst David Friedrich Haack
(1770 – nach 1840)

Kaminuhr
Berlin um 1820

Furnier aus verschiedenen, teils gefärbten (Wurzel-)Hölzern, stilisierte Alabasterurne als Bekrönung, Marmorsäulen mit Kapitellen und Basen aus Bronze/Messing, Rückwand verspiegelt, Zifferblatt emailliert, Helios-Pendel aus Messingblech

Höhe x Breite x Tiefe 57,7 cm x 30,5 x 15,9 cm

im Zifferblatt signiert und lokalisiert D. F. Haack IN BERLIN

Ernst David Friedrich Haack (1770–1830, ab 1804 Mitmeister)[1] war Großuhrmacher in Berlin und besaß eine Werkstatt in der Niederwallstr. 18 auf dem Friedrichswerder zwischen Hausvogteiplatz und Spittelmarkt. Seine Uhren (Standuhren, Kaminuhren, Reiseuhren) signierte er mit den Initialen D.F., in den Berliner Adressbüchern seiner Zeit (1818–1831) firmierte er als E.D. Haack, Uhrmacher. Als 1840 das Großuhrmachergewerk aufgelöst wurde, zählte Haack zu den letzten vier Meistern seiner Zunft.[2]

Qualitätvolle Stutzuhren (Räderuhren mit Federwerk zum Aufstellen auf Tischen, Kommoden, Kaminen oder Konsolen) aus der Zeit des Berliner Spätklassizismus um 1820 sind sehr selten. Die hier gezeigte Kaminuhr von Meister Haack vereint typische Merkmale dieser Epoche, wie Marmorsäulen mit Metallkapitellen und Basen, dekorativ clever eingesetzte Furniere und die Rückwand aus Antikspiegelglas. Der klassische Aufbau aus Treppensockel, quadratischem Mittelteil mit rückspringendem Rundbogen und rechteckigem Uhrengehäuse mit emailliertem Zifferblatt und dekorativem Abschluss spiegelt die schlichte Eleganz des preußischen Klassizismus in typischer Art und Weise wider.

Eine feuervergoldete metallene Reiseuhr aus seiner Fertigung mit der Gravur Dan. Friedr. Haack in Berlin befindet sich in der Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. KH 98/27 UH.


[1] Vgl. Gerhard König, Uhren und Uhrmacherei in Berlin 1450–1900, Ost-Berlin 1988, 70.
[2] Vgl. M. Loeske, Zur Geschichte der Uhrmacherei in Berlin, in: Deutsche Uhrmacher-Zeitung 42 (1919), Nr. 51, S. 450.

 

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