Marmorbüste von Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha, ausgeführt von Wolf von Hoyer 1844 in Rom

Beschreibung

Weißer Carraramarmor. Antikisches Bildnis des sächsischen Großherzogs mit Kinn- und Oberlippenbart, um die Schultern eine Tuchdraperie. Hinten auf dem Sockel graviert W. VON HOYER ROMA 1844. H 67, B 48 cm
Ausführung Rom 1844

Der in Dresden geborene und an der Leipziger Akademie zum Theologen ausgebildete Hoyer ging bereits Anfang der 1830er Jahre nach Rom, wo er von Bertel Thorvaldsen in dessen Atelier zum Bildhauer ausgebildet wurde. In der dortigen deutschen Kunst-Gemeinde fest verwurzelt, arbeitete Hoyer lange Jahre als freischaffender Künstler und schuf Porträtarbeiten und Kleinplastiken. Einige Werke zeigte er auf den Dresdner Akademie-Ausstellungen, von wo sie in Sammlungen u.a. nach Dresden, Weimar und München gelangten. Besondere Protektion erhielt Hoyer vom kunstinteressierte Prinzen Karl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach (ab 1853 Großherzog) und dessen Frau Sophie, geb. Prinzessin von Oranien-Nassau, Tochter des Königs Wilhelm II. der Niederlande (ab 1842 verheiratet), die Arbeiten des Bildhauers in Rom erwarben, so die hier angebotene Porträtbüste. Die kommende Großherzogin war es auch, die den Künstler nach Weimar zurückholte und ihn mit weiteren künstlerischen Aufträgen bedachte.¹ Wohl 1860 begab sich Hoyer nochmals nach Italien, kehrte aber alsbald in seine Heimatstadt Dresden zurück, wo bis zu seinem Tod 1873 ein reifes Alterswerk entstand.²

Fußnoten
¹ Vgl. o. A., Weimar, in: Deutsches Kunstblatt 4 (1853), Nr. 22 vom 28. Mai 1853, 190.
² Vgl. o.A., Korrespondenzen Dresden, in: Die Dioskuren – Deutsche Kunst-Zeitung 16 (1871), Nr. 26, Ausgabe vom 25. Juni 1871, 205.