Adolph Flad, Deckelvase Friedrich II., KPM Berlin 1913/17

Beschreibung

Modell Glatte Vase mit Deckel
Modellentwurf KPM Werkstatt
Modellbucheintrag Oktober 1901
Modellnummer 6724
Taxnummern 5,2857/59 (Vase/Deckel)
Dekor 148/65 Drei Medaillons, davon zwei mit Blumen und eine mit schwarz-weißer Silhouette von Friedrich II., stilisierter Rankendekor in Gold und Blau
Dekorentwurf Adolph Flad um 1913
Höhe 37,3 cm mit Deckel
Marken Zepter in Unterglasurblau; Reichsapfel über KPM in Aufglasurrot; Eisernes Kreuz und MLP. in Aufglasurschwarz; 148/65 und Blatt in Aufglasurpurpur; Pressmarken Jahresbuchstabe R für 1917, Modellnummer 6724 und F (Vasenkörper); 148/65 und Blatt in Aufglasurblau (Deckel)


Der stilisierte Blüten- und Blattdekor der beiden Blumenvignetten ist ebenso eine typische Entwurfsarbeit des vielseitig begabten KPM-Malers Adolph Flad wie die spätjugendstilige Ornamentik auf dem Deckel und dem oberen Drittel des Vasenkörpers. Die blauen Stäbe und Blasen inmitten des goldenen Gitterwerks und der kunstvoll stilisierten Weintrauben und -reben stehen exemplarisch für Flads fantasievolle Verzierungen in der Zeit nach 1910. Die „Erfindung“ einer völlig neuartige Blumengestaltung auf KPM-Porzellan mit ihren klaren Umrisslinien und der trotz aller vereinfachten Darstellung korrekten Widergabe der natürlichen Flora, teilte sich Flad mit dem gleichzeitig wirkenden Willi Stanke, der allerdings bereits 1916 als Soldat im Weltkrieg fiel.

Den Dekor der Vase gestaltete Flad anläßlich des 150. Jubiläums der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin im Jahr 1913. Im dritten, ganz mit Glanzgold hinterlegten Ovalmedaillon verewigte der Künstler den preußischen König Friedrich II., der als Großer in die Geschichte eingegangen ist. Dieser hatte 1763 die Produktionsstätte vom Berliner Kaufmann Johann Gotzkowsky erworben und ihr den royalen Titel übertragen. Lange Jahre war der Porzellanliebhaber Friedrich der beste Kunde seiner eigenen königlichen Manufaktur.

Das Modell mit dem Friedrich-Dekor ist abgebildet in der Festschrift zum 150jährigen Bestehen der Manufaktur: Johann Erzgraber, Königlich Berlin 1763 – 1913, Berlin 1913, 28. Auf Seite 14 derselben Publikation erscheint die Flad’sche Darstellung des großen Friedrichs nochmals in einer aufwändigst gestalteten Prunkvignette mit Blüten und Rankenwerk (siehe Foto).

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