Albert Theophron Kjellberg

ALBERT THEOPHRON KJELLBERG (1808–1857)
Der beste Porzellanmaler Deutschlands

Eine Kurzbiografie von
Tim D. Gronert

Albert Theophron Kjellberg wurde am 20. Juli 1809 in Västervik an der schwedischen Ostküste geboren. Sein Vater war der aus Norrköping stammende Dichter und Notar Johann Peter Kjellberg, seine Mutter hieß Margareta Elisabeth, geb. Tenger. Zwischen 1813 und 1818 verbrachte die Familie (insgesamt hatte Kjellberg fünf Schwestern und einen Bruder) einige Zeit an der 1810 gegründeten Glasfabrik Reijmyre,[1] gleichzeitig und ab 1818 ausschließlich, war sie aber in Norrköping gemeldet.[2]

Eine frühe künstlerische Begabung des jungen Albert ist überliefert, seinen ersten Zeichenunterricht erhielt er von seinem Vater.[3] Die Beschäftigung mit Schattenrissen, Papier-, Glas und Elfenbeinsilhouetten bereits als Heranwachsender ist überliefert, eine formelle Ausbildung in diesen Sujets erhielt er jedoch aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht. Stattdessen absolvierte der Heranwachsende eine Lehre bei dem ortsansässigen Blechschmied Pettersson und übernahm für diesen die Mal- und Lackierarbeiten. In seiner Freizeit unterrichtete der junge Kjellberg die Kinder der von seinem Vater gegründeten ersten Sonntagsschule in Norrköping im Zeichnen.

Ein durch die Unterstützung eines Mäzens in Aussicht gestelltes Kunststudium an der Königlichen Akademie der Freien Künste in Stockholm konnte Kjellberg letztendlich nicht beginnen, allerdings verließ er 1827/28 seine Heimat und zog in die schwedische Hauptstadt.[4] Hier besuchte er die Principskolan, die Vorbereitungsschule der Akademie, die insbesondere von fertig ausgebildeten Handwerkern und vielversprechenden Künstlern frequentiert wurde. 1830 bekam er dort für seine Figurenmalerei die Schulmedaille 4. Klasse.[5] Spätestens ab 1827 hatte der junge Kjellberg qualitätvolle und durchkomponierte Ölgemälde gemalt, zunächst wohl speziell Landschaften.[6] Im Herbst 1828 fertigte er im Auftrag seines Vaters eine Federzeichnung der Abschrift einer bekannten Runeninschrift in einem Stein in Norrköping.[7] Ob seiner besonderen Begabung studierte Kjellberg dann an der der Akademie zugeordneten Antikskolan. Unter anderem erhielt der junge Student auch Unterricht in Porzellanmalerei bei dem kurz zuvor von Deutschland nach Stockholm gekommenen, nur wenig älteren Wilhelm Heinrich Heinemann aus Weimar, der auch Porzellane für das schwedische Königshaus bemalte.[8]

Mit seinem fünf Jahre älteren Kommilitonen, dem Berliner Carl Schwab, gründete Kjellberg spätestens 1831 ein Studio für Porzellanmalerei im Stockholmer Bezirk Norrmalm.[9] Bereits im Jahr darauf bewohnte er eine eigene Wohnung, die Kooperation mit Schwab endete wohl sehr schnell wieder. Im Einwohnerverzeichnis Stockholms wurde er nun als Landschaftsmaler genannt.[10] In den Jahren 1832 und 1833 entstanden zwei gleichgroße Pendantgemälde mit Ansichten von Kirche und Herrenhaus in Solna, einer Ortschaft nahe Stockholm;[11] 1833 auch ein großformatiges Historienbild.[12]

Albert Theophron Kjellberg

Albert Theophron Kjellberg,
Porträt um 1835

Um die Mitte der 1830er Jahre kehrte Kjellberg Schweden den Rücken und reiste in die preußische Hauptstadt Berlin, wo er eine Anstellung als Maler an der Porzellan-Manufaktur Schumann erhielt.[13] Deren Gründer, der umtriebige Kaufmann und gebürtige Potsdamer Johann Friedrich Ferdinand Schumann hatte 1827 nordöstlich von Magdeburg mit der Porzellanproduktion begonnen und diese 1834 in neue Fabrikationsstätten ins noch ländliche Moabit bei Berlin am südöstlichen Ende des Kleinen Tiergartens (heute Alt-Moabit) verlegt. Nach seinem Tod übernahm 1835 Sohn Friedrich Adolph Schumann die Fabrik, die sich als Porzellan-Manufaktur F. A. Schumann qualitativ und kommerziell zu einer großen Konkurrenz der Königlichen Porzellan-Manufaktur entwickelte. Kjellberg bemalte wohl schon früh hochwertiges Gebrauchsporzellan mit Stadtansichten von Berlin und bekam die bedeutendsten Arbeiten der Manufaktur anvertraut. Mit hoher Wahrscheinlichkeit dekorierte er auch zwei Porzellan-Vasen von 2 1/2 Fuß Höhe, […]. Die eine mit der Ansicht von Charlottenhof, dem Landsitz Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen, und einer Ansicht der zur russischen Kolonie bei Potsdam gehörigen Kirche; die andere mit Ansichten des Königlichen Schlosses in Berlin, von der Burgstraße und von der Linden-Allee aus gesehen. Beide wurden unter den Nummern 1647 und 1648 als erste und einzige Erzeugnisse der Porzellan-Manufaktur von F. Schumann u. Sohn in Moabit bei Berlin 1836 auf der Berliner Akademie-Ausstellung präsentiert.[14] Möglicherweise malte Kjellberg auch die Darstellung der Schumannschen Manufaktur und der Familienvilla in Moabit vom gegenüberliegenden Spreeufer aus gesehen, die auf einer 1837 datierten Prunktasse für die Familie des Eigentümers und kurz darauf auch auf einer rechteckigen Porzellanplatte als eigenständiges Kunstwerk erschien.[15] Ein früher Biograf des Künstlers bewertete sein Wirken in der Porzellan-Manufaktur F. A. Schumann wie folgt: Er reiste nach Berlin, wo er sich zum besten Porzellanmaler Deutschlands ausbilden ließ.[16] Wobei bemerkt werden muß, daß Kjellberg wohl bereits als ausgesprochen fähiger Porzellanmaler in Preußens Hauptstadt gekommen war.

1835 tauchte sein Name erstmals im Berliner Adreßbuch auf, allerdings zunächst in eingedeutschter Schreibvariante als Kielberg, Porzellan-Maler, Invaliden[strasse]. 56.[17] Bereits im Jahr darauf stellte er erstmals auch ein Ölbild auf der Berliner Akademie-Ausstellung aus, wahrscheinlich als Gast der Akademie und möglicherweise unterstützt durch die Verbindung zu Schumann.[18] Auf der nächsten Akademieausstellung 1838 zeigte er dann schon drei Landschaften und war im Katalog unter seiner neuen Berliner Adresse gelistet.[19] Insgesamt war der Künstler laut Adreßbuch bis 1849 an verschiedenen Orten in Berlin ansässig, wechselnd in Moabit und Mitte, 1838–1840 als Landschaftsmaler, dann bis 1844 als Porzellanmaler, im Anschluß wieder als Landschaftsmaler.[20] 1839 wurde Kjellberg in Naglers Künstlerlexikon erwähnt.[21] Zu dieser Zeit hatte er seine Anstellung bei Schumann bereits aufgegeben und verdiente sein Geld als freiberuflicher Maler, vorwiegend von Landschaften und auf Porzellan. Spätestens ab 1841 hatte er ein eigenes Atelier im Obergeschoß des Hauses Unter den Linden 30, in dessen Erdgeschoß sich die bekannte Weinhandlung und -stube der Gebrüder Habel befand, ihres Zeichens Hoflieferanten des Königs.

Besonderen Beifall fanden auch Kjellbergs Tierbilder, die in seinem fantasievoll geschmückten Atelier entstanden: Rankpflanzen, Kakteen, verschiedene Aloearten, zahlreiche Singvögel, wie Nachtigallen, Lerchen, Stieglitzen, Skizzen, Gitarren, Bücher, Muscheln und Versteinerungen verwandelten diesen Ort nach Kjellbergs eigener Aussage in eine Junggesellen-Eremitage.[22] Im Herbst 1841 präsentierte der Künstler in der Dritten Ausstellung des Leipziger Kunstvereins in der deutschen Buchhändlerbörse als Kjellberg in Stockholm (sic!) unter der Nummer 440 das Ölgemälde Lappländer auf der Bärenjagd, das er im Jahr darauf auch in der Berliner Akademie zeigte.[23] Das Werk wurde in der Presse explizit gelobt.[24]

In diesen Berliner Jahren machte sich Kjellberg, der im Übrigen mal nur einen seiner beiden Vornamen Albert und Theophron, mal beide oder die Abkürzung A. T. benutzte, in der Berliner Kunstszene einen Namen, so daß er bald Kontakt in die höchsten höfischen Kreise genoß. Wohl schon kurz nach Amtsantritt des neuen preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. im Juni 1840 – möglicherweise auch schon in dessen Zeit als Kronprinz – erhielt Kjellberg königliche Aufträge zur Gestaltung wichtiger Porzellangeschenke an das russische Zaren- und das bayrische Königshaus: Zarin Alexandra Fjodorowna, geborene Prinzessin Charlotte von Preußen, war die Lieblingsschwester Friedrich Wilhelms IV., seine Frau, Königin Elisabeth, war eine geborene Prinzessin von Bayern.[25] U.a. bestellte der König – der im Gegensatz zu seinem Vater Friedrich Wilhelm III. recht wenig Porzellan in der Königlichen Porzellan-Manufaktur orderte – 1840/41 Porzellanbilder von Innen- und Außenansichten des Mausoleums seiner Mutter, der Königin Luise, im Park von Schloß Charlottenburg, um sie seiner Schwester in Petersburg zu schenken. Später führte Kjellberg zumindest die Darstellungen des Interieurs des Mausoleums auch in Öl aus.

Albert Theophron Kjellberg

Porzellanplatte, Ansicht des Teesalons im Berliner Schloss, 1843
16 x 23,7 cm (Platte), 23,5 x 31 cm (mit Rahmen); Pressmarke Zepter über KPM; signiert Theophron Kjellberg. 1843.;
Abb. in: Samuel Wittwer (Hg), Raffinesse & Eleganz, München 2007, Nr. 121, S. 375 und 377.
Kunsthaus Lempertz, Berlin-Auktion 1125, 7. November 2018, Los 109, EUR 81.250,-

Anfang der 1840er Jahre lieferte der Künstler König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in dessen Auftrag weitere spektakuläre Porzellanbilder und -vasen mit Veduten und Interieurs von, bzw. aus preußischen Schlössern. Gesichert sind zurzeit ein 1842/43 ausgeführter Bronzetriptychon mit drei Porzellanbildern rheinischer Schlösser (Schloss Stolzenfels, Schloss Benrath und Schloss Augustusburg in Brühl), eine Innenansicht des von Karl Friedrich Schinkel in den 1820er Jahren für Kronprinz Friedrich Wilhelm (IV.) eingerichteten Teesalons im Berliner Schloss von 1843 und (mindestens) drei Cachepots aus KPM-Porzellan mit Veduten von Sanssouci und Charlottenhof bei Potsdam (Gärtner Wohnung in Charlottenhof, Blick auf Schloss Sanssouci über die Terrassen und Charlottenhof bei Potsdam); vor 1844). In der Literatur werden ferner zwei weitere Porzellanplatten, eine mit der Ansicht eines Saales in Sanssouci und eine 1842 datierte Darstellung des Rundsaals der Stuttgarter Hofbibliothek genannt.[26]

 

Diese Porzellanbilder entstanden nach genauesten Vorzeichnungen und Studien, die Kjellberg jeweils in situ geschaffen hatte. Seine schon damals begeistert aufgenommene, künstlerische Meisterschaft auf dem Gebiet der Veduten- und Interieurmalerei ist mit besonderem Augenmerk auf den Triptychon mit den drei rheinischen Ansichten retrospektiv so beschrieben worden: Kjellberg hat mit diesen Porzellantafeln die lang erstrebte Harmonie zwischen Staffelbild und Porzellanmalerei überzeugend erreicht.[27]

König Friedrich Wilhelm IV. bestellte bei Kjellberg ab 1840 aber auch Bilder, die nicht auf Porzellan gemalt wurden, sondern als Aquarelle und/oder Ölgemälde beauftragt wurden: Zunächst lieferte der schwedische Künstler zwei Ansichten des Inneren des Mausoleums der Königin Luise im Garten von Schloß Charlottenburg (zuvor bereits in Porzellan ausgeführt), die er Ende Juli 1844 am Hofe einreichte und dafür 24 Friedrich d’Or erhielt.[28]

Außerdem schuf Kjellberg weitere Innenansichten des Berliner Stadtschlosses, nämlich mindestens zwei des von Friedrich August Stüler umgestalteten Ritter- oder Thronsaals im 2. Obergeschoss des zum Lustgarten gerichteten Nordflügels. Der Künstler fertigte zunächst vor Ort Zeichnungen, aus denen noch im selben Jahr eine Federlithografie entstand. Diese zeigte den Blick auf die Thronseite und überzeugte durch die perfekt wiedergegebene Perspektive des schwer darzustellenden Hauptraums der sogenannten Staatssuite Friedrich I. Zwei Exemplare dieser Lithografie übermalte Eduard Gaertner im Auftrag des Königs im Spätsommer 1844, eine in Öl-, die andere in Aquarellfarben.[29] Anfang 1845 erhielt auch Kjellberg selbst den königlichen Auftrag, eine seiner Lithografien des Rittersaales mit Thron in Ölfarben zu kolorieren.[30] Die zweite Ansicht des Saals zeigte das gegenüber der Thronseite aufgebaute barocke Silberbuffett. Im Oktober des Jahres 1845 lieferte der Künstler diese Arbeit dem Hofmarschallamt, 1847 folgte auch eine Ölversion der Silberbüffettansicht (siehe unten).[31]

Albert Theophron Kjellberg

Albert Theophron Kjellberg, Ölstudie Rittersaal mit Silberbuffet und Musikerbalkon, 1847 SPSG, Plankammer, Aquarellsammlung, Inv. Nr. GK II (5) 1719. <br> Abb. in: Michaela Völkel, „Es ist einem jeden erlaubt, diese Seltenheiten in Augenschein zu nehmen.“ – Das Berliner Schloss und seine Sammlungen als touristische Sehenswürdigkeit 1650–1918, in: Kulturgeschichte Preußens Colloquien 5 (2017), Abb. 7, S. 12.

Zusätzlich zu den Arbeiten auf Papier und Leinwand gab Friedrich Wilhelm IV. bei Kjellberg die beiden Innenansichten des Rittersaales auch als großformatige Porzellanplatten in Auftrag. Die Ausführung dieser Bestellung verzögerte sich jedoch immer weiter. Zum einen durch eine längere Krankheit des Künstlers im Sommer 1845, zum anderen durch den Umstand, dass völlig plan gebrannte Porzellanplatten in der gewünschten Größe von ca. 50 x 60 cm auch Mitte der 1840er Jahre noch schwer zu produzieren waren. Die Königliche Porzellan-Manufaktur, die als einzige Fabrik die Fertig- und Möglichkeiten der Produktion besaß, weigerte sich lange, dem Konkurrenten den entsprechenden Malträger zur Verfügung zu stellen. Drei Versuche bei seinem alten Arbeitgeber der Porzellanmanufaktur F. A. Schumann in Moabit scheiterten, so daß Kjellberg schließlich im April 1846 auf eine kleinere Weißform (ca. 29 x 33 cm) zurückgreifen mußte, die in der KPM frei käuflich war.[32] So konnte er die Thronansicht auf Porzellan erst im Frühling/Sommer 1846 ausführen; auf die Darstellung des Silberbuffetts mußte er jedoch allem Anschein nach verzichten.[33] Im September des Jahres wurde das Porzellanbild schließlich Friedrich Wilhelm IV. ausgeliefert, Kjellberg erhielt den hohen Preis von 140 Friedrich d‘Or.[34] Diese Summe wurde vom Hofmarschallamt nachträglich einer Überprüfung unterzogen, in deren Verlauf selbst die KPM die vorzügliche Leistung des Porzellankünstlers anerkennen mußte. Der Abschlussbericht bestätige schließlich die Rechtmäßigkeit des Kaufpreises aufgrund der wirklich mit überaus großem Fleiße und ungemeiner Präzision ausgeführten zahlreichen kleineren Details des Rittersaal-Bildes.[35]

Albert Theophron Kjellberg

Porzellanplatte, Rittersaal des Königlichen Schlosses zu Berlin, 1846 29 x 33 cm (Platte); 41,5 x 46 cm (mit Rahmen); Pressmarke Zepter über KPM; unten links signiert und datiert Theophron Kjellberg. 1846; rückseitig in schwarzer Tusche geschrieben Königliches Schloß zu Berlin Ihrer Königl. […], der Rest unleserlich; nach eigener Ölstudie; Abb. in: Samuel Wittwer (Hg), Raffinesse & Eleganz, München 2007, Nr. 123, S. 376. Kunsthaus Lempertz, Berlin-Auktion 1125, 7. November 2018, Los 111, EUR 143.750,-

Durch die lange Verzögerung bei der Bestellung der Porzellanplatte und der folgenden Ausführung konnte Kjellberg mehrere Friedrich Wilhelm IV. zugesagte Abgabetermine nicht einhalten. Dies hatte zur Folge, dass er den ihm in Aussicht gestellten Auftrag zur ähnlichen Darstellung des Weißen Saals des Berliner Stadtschlosses nicht erhielt und stattseiner der Maler Carl Graeb beauftragt wurde. Der dem König in Bezug auf die schwedische Herkunft des Künstlers zugeschriebene Ausspruch: Ein solches Talent muss man durch Arbeit versuchen, im Land zu halten wurde vom Königshaus nun nicht mehr mit Aufträgen erfüllt.[36]

Kjellberg blieb noch bis 1849 in Berlin sesshaft, wobei er auch Reisen in andere Deutsche Länder unternahm.[37] Im selben Jahr fasste sein erster Biograf Mandelgren das Wirken des Künstlers in Berlin mit dem Satz zusammen: Kjellberg ist unbestreitbar der erste Porzellanmaler in Deutschland.[38]

Um 1850 kehrte Kjellberg nach Schweden zurück. Hier malte er vorwiegend Genrebilder und Landschaften seiner Heimat.[39] Auch ein mit Veduten aus seiner Heimatprovinz Östergötland und dem Wappen der Adelsfamilie Danckwardt-Lillieström bemaltes Porzellantassenpaar aus dieser Zeit ist bekannt.[40] Kjellberg starb am 22. Oktober 1857 im Stockholmer Stadtquartier Oxen Mindre, wo er gemeinsam mit seiner knapp vier Jahre älteren Schwester Natalia wohnte.[41]


 

FUSSNOTEN

[1] Vgl. Haushalte-Untersuchungsbücher, Skedevi AI 5, 1813 – 1818, Reijmyre Glasbruk. Östergötland, 89.

[2] Vgl. Haushalte-Untersuchungsbücher, Norrköpings St Olai AI 23, 1814, Norrköpings St Olai, Östergötlands, 54 und 1821–1828, S. 66, Zeile 9, außerdem Norrköpings St Olai AI 4, 1756–1816, Haken, Norrköpings St Olai, Östergötlands, 473.

[3] Einige der folgenden biografischen Angaben zum Leben des Künstlers entstammen einer kurzen Biografie, die der schwedische Maler und Kunsthistoriker Nils Månsson Mandelgren (1813–1899) 1849 nach der Erinnerung eines Treffens mit Kjellberg in Berlin 1841 in einer schwedischen Regionalzeitung veröffentlichte: Nils Månsson Mandelgren, Skizz; in: Östgöta Correspondenten 18 (1849), No. 96 von Mittwoch, dem 14. November 1849, 1–3.

[4] In seiner Norrköpinger Heimatgemeinde wurde er 1828 als verzogen eingetragen: vgl. Haushalte-Untersuchungsbücher, Norrköpings St Olai AI 25, 1828–1833, Sprutan, Norrköpings St Olai, Östergötlands, S. 67, Zeile 11.

[5] Vgl. https://www.signaturer.se/Sverige/CarlSchwab.htm, abgerufen am 28. Juli 2025.

[6] Drei dieser frühen Gemälde, die laut Signatur und Datierung zwischen Dezember 1827 und Dezember 1828 entstanden, befinden sich heute in der Sammlung des Nationalmuseums in Stockholm: Landschaft mit Burg und Wasserfall, Öl auf Leinwand, 41 x 55 cm, signiert und datiert: Albert Theopr: Kjellberg December 1827; Afrikanische Landschaft, Öl auf Leinwand, 29 x 43 cm, signiert und datiert: Albert Theophron Kjellberg – Sept. 1828,; Flusslandschaft mit Brücke, Öl auf Leinwand, 40,5 x 55 cm, signiert und datiert: Albert Theopr: Kjellberg December 1828. Nationalmuseum Stockholm, NM 3915–17.

[7] Abb. in: Ög 43 Ingelstad – Runristningens historia och betydelse, Visby 2017, S. 6, Abb. 5., unter: https://www.raa.se/app/uploads/2019/02/Ög-43-Ingelstad-Östra-Husby-sn.pdf, abgerufen am 17. Oktober 2025.

[8] Vgl. Skara Tidning 1844, No. 38 vom 26. September 1844, 3–4. Es existiert eine puderblaugrundige Porzellantasse der KPM Berlin mit der von Heinemann gemalten Ansicht des Königlichen Schlosses in Stockholm (Privatbesitz Berlin).

[9] Am 19. Oktober 1831 erschien in der Tageszeitung Aftonbladet eine Anzeige von Kjellberg und Schwab, die ihre gemeinsame Werkstatt folgendermaßen bewarb: Die Unterzeichnenden, die jetzt an der Ecke Clara Bergsgränd und Clarä O.[Östra] Kyrkogata wohnen, qv. [Quvarteret] Hägern str., Haus Nr. 8 tr[eppe]. aufwärts, erhalten zur Ausführung alle Arten von Malerei auf echtem Porzellan, wie Porträts nach der Natur, Figuren, Landschaften, Ornamente, Blumen und Inschriften, und bitten, dass diejenigen, die ihnen irgendeine Arbeit für Weihnachten anvertrauen möchten, sich bitte je eher desto besser bei ihnen melden – wenn die schnellste und genaueste Ausführung der Arbeit gesichert ist. Beide Maler sind auch offiziell gemeinsam an dieser Adresse gemeldet: vgl. Haushalte-Untersuchungsbücher, Klara AI51, 1831, Hägern, Klara, Stockholm, S. 173, Zeile 23.

[10] Haushalte-Untersuchungsbücher, Klara AI 55, 1832, Gripen., Klara, Stockholm, S. 101, Zeile 21 (Hausnummer 8).

[11] Solna Kirche und Herrenhaus im Kirchendorf Solna, jeweils Öl auf Leinwand, 42 x 54 cm, signiert und datiert. Vgl. Aukt.Kat. Uppsala Auktionskammare, Internationell kvalitetsauktion 1.–4. Dezember 2015. Los 38.

[12] Vgl. Aukt.Kat. Stockholm Auktionsverk, März 2015, Öl auf Leinwand, 130 x 106 cm, signiert und datiert A. T. Kjellberg 1833, unter: https://www.auktionsverket.com/arkiv/online/314170, abgerufen am 28. Juli 2025.

[13] Ob der Porzellanmaler Kjellberg schon in Stockholm Kontakte zur Manufaktur Schumann unterhielt oder erst nach seiner Ankunft in Berlin mit ihr in Verbindung trat, ist nicht mehr zweifelsfrei zu klären. Interessant ist jedoch, dass Vater und Sohn Schumann intensiv versuchten, geeignete Fachkräfte zu rekrutierten und dabei auch qualifizierte Arbeiter der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin abwarben. Möglicherweise kam der Kontakt auch über Kjellbergs ehemaligen Kompagnon Carl Schwab zustande, der um 1833 nach Deutschland zurückgekehrt war.

[14] Die Kataloge der Berliner Akademie-Ausstellungen 1786–1850, bearb. v. Helmut Börsch-Supan, Band 2, Berlin 1971, 1836, S. 142, Nr. 142.

[15] Abb. in: Ausst.Kat. Die Porzellanmanufaktur F. A. Schumann in Moabit bei Berlin, Dietmar Jürgen Ponert (Hrg.), Berlin Museum, 20. Februar–12. April 1993, 12 (Platte in Farbe), 241 (Platte s/w), 245 (Tasse). Leider sind keinerlei Akten aus der Frühzeit der Manufaktur mehr vorhanden, die weitere Rückschlüsse auf Kjellbergs dortige Arbeit erlauben.

[16] Carl Magnus Carlander, Miniatyrmålare i Sverige: anteckningar, Stockholm 1897, 123.

[17] Adreßbuch für Berlin […] auf das Jahr 1835, 154.

[18] Vgl. Kat. Berliner Akademie-Ausstellung 1836, S. 130, Zweiter Nachtrag:  A. Kjeltberg (sic!). 1516. – Eine Landschaft.

[19] Vgl, Kat. Berliner Akademie-Ausstellung 1838, S. 29: A. T. Kjellberg, Brunnenstr. 18. 380. – Eine Mühle im Walde † (verkäuflich) 381. – Ein Viehstück † (verkäuflich) 382. – Desgl. † (verkäuflich) 383. – Ein Seestück † (verkäuflich).

[20] Vgl. die Berliner Adreßbücher 1838–1849. Demnach zog Kjellberg (in den Büchern auch Kiellberg und Kielberg) von der Invalidenstr. 56 um 1838 in die Brunnenstr. 18, von dort 1840 in die Rosenthalerstr. 14 (1844 auch kurz 11/12), dann 1844 an die Spaarwaldsbrücke 2, war ab 1845 unter seiner Atelieradresse Unter den Linden 30 verzeichnet und schließlich ab 1848 in der Roßmarienstr. 3.

[21] Kjeltberg, A., Maler, und unser Zeitgenosse, dessen Lebensverhältnisse uns aber unbekannt sind. Man findet Landschaften von seiner Hand. Georg Kaspar Nagler, Nagler’s Künstlerlexikon (Neues allgemeines Künstler-Lexicon oder Nachrichten von dem Leben und den Werken der Maler, Bildhauer, Baumeister, Kupferstecher, Formschneider, Lithographen, Zeichner, Medailleure, Elfenbeinarbeiter, etc.), Siebenter Band, München 1839, S. 4.

[22] Nach Mandelgren, a.a.O., 2.

[23] Ausst.Kat. Leipziger Kunstverein 1841, 48 und Kat. Berliner Akademie-Ausstellung 1842, 36 (Theophron Kjellberg, Rosenthalerstr. 4. (sic!) Nr. 470. Lappen (oder Same) auf Bärenjagd beim ersten Schnee † (verkäuflich)).

[24] Vorzüglich reich ist sie [die Leipziger Ausstellung] an tüchtigen Landschaften. In diesem Gebiete steuerten […] Ausgezeichnetes bei: […] unter den Schweden: Kjelberg. o.A., Kunstausstellungen, in: Morgenblatt für gebildete Stände = Kunstblatt 22 (1841), Nr. 95 vom 30. November 1841, 395.

[25] Kjellbergs Biograf Mandelgren erwähnt 1849 drei große Vasen, die er [vor dem Frühjahr 1841] für die Königin von Preußen als Geschenk für das Königshaus in München bemalt hatte. Desweiteren überliefert er folgenden Ausspruch Königin Elisabeths an den Maler: Es ist schade, Herr Kjellberg, dass Sie kein Deutscher sind! Dann könnten wir Sie als einen der unseren bezeichnen. Nach Mandelgren, a.a.O., 2.

[26] Vgl. Aukt.Kat. Große Versteigerung […] im Residenzschloß zu Stuttgart, 27-29. November 1919, Felix Fleischauer Kunsthandlung, Stuttgart: 67. Kjeltberg, A. (sic!) Ansicht eines Saales in Sanssouci. Porzellan, Goldrahmen, Höhe 17 cm, Breite 24 cm, Bez. unten links. 800 Mark, resp. Gustav E. Pazaurek, Deutsche Fayence- und Porzellan-Hausmaler, Leipzig 1925, 483, nach Waltraud Neuwirth, Porzellanmaler Lexikon 1840–1914, Braunschweig 1977, 12.

[27] Ilse Baer, Höhepunkte der KPM-Vedutenmalerei, in: Carl Daniel Freydanck 1811–1887 – Ein Vedutenmaler der KPM, Berlin 1987, S. 186, P 8.

[28] Vgl. SPSG, Historische Akten, Nr. 166: Kunstsachen 1844, Vol. XIII, S. 80. Unklar bleibt, ob die von Wilhelm Loeillot angefertigten Lithografien der Ansichten auch tatsächlich in Umlauf gebracht wurden.

[29] Abb. in: Dominik Bartmann, Ausst.Kat. Eduard Gaertner 1801–1877, Stiftung Stadtmuseum Berlin, Berlin 2001, Kat.Nr. 84, Abb. 190, S. 268.

[30] Vgl. SPSG, Historische Akten, Nr. 167: Kunstsachen 1845, Vol. XIV, 4, 76, 77, 106, 192–196. Das signierte und 1845 datierte Bild befindet sich heute in Stiftungsbesitz (SPSG, Plankammer, Aquarellsammlung, Inv. Nr. GK II (5) 1718).

[31] SPSG, Plankammer, Aquarellsammlung, Inv. Nr. GK II (5) 1719. Abb. in: Michaela Völkel, „Es ist einem jeden erlaubt, diese Seltenheiten in Augenschein zu nehmen.“ – Das Berliner Schloss und seine Sammlungen als touristische Sehenswürdigkeit 1650–1918, in: Kulturgeschichte Preußens Colloquien 5 (2017), Abb. 7, S. 12.

[32] Vgl. SPSG, Historische Akten, Nr. 168: Kunstsachen 1846, Vol. XV.

[33] Vgl. Eva Wollschläger, in: Samuel Wittwer, Raffinesse & Eleganz, München 2007, S. 378, Fußnote 8.

[34] Vgl. SPSG, Historische Akten, Nr. 167, fol. 195, nach Wollschläger, 378. Zum Vergleich sei angefügt, daß Eduard Gaertner für das wesentlich größere Ölbild und das Aquarell des Thronsaals nach Kjellberg zwei Jahre zuvor lediglich 24 Friedrichsdor liquidiert hatte. Vgl. SPSG, Plankammer, Akten des Hofmarschallamtes, Nr. 166: Kunstsachen 1844, Nr. 2, Vol. XIII, S. 98 (80), nach Bartmann, S. 269, Fußnote 77.

[35] SPSG, Historische Akten, Nr. 167, fol. 195, zitiert nach Wollschläger, 378

[36] Nach Mandelgren, a.a.O., 2.

[37] Für das Revolutionsjahr 1848 ist ein Aufenthalt in Doberan nachgewiesen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit besuchte Kjellberg hier die traditionell in den ersten Augustwochen stattfindenden Pferderennen. Vgl. Touristenregister (= Zwölftes Verzeichnis der vom 5. Bis zum 7. August incl: im Jahre 1848 zu Doberan und am Heiligendamm angekommenen Cur-Gäste und Fremden.): 614. Herr Kjellberg, Landschaftsmaler aus Berlin, im Lindenhofe.

[38] Nach Mandelgren, a.a.O., 2.

[39] Aus den Jahren 1856/57 sind u.a. folgende Bilder von ihn verbürgt: Winterlandschaft, Jagdmotiv und Landschaft mit Kühen. Das Kunstmuseum Norrköping besitzt ein Selbstporträt des Künstlers.

[40] Vgl. Aukt.Kat. Stockholms Auktionsverk, Art & Antiques 15. Juni 2021, Los 176.

[41] Vgl. Haushalte-Untersuchungsbücher, Adolf Fredrik AI 67, 1857, Oxen, Uppland, Stockholm, Theophron Kjellberg, S. 19, Zeile 1.

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